Prioritäten für die Herbstarbeit

Corona-Management

Um wirtschaftlichen Schaden durch die vierte Welle möglichst gering zu halten, engste Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden in den Ländern. Eintreten für einheitliche und klare Corona-Richtlinien statt des derzeitigen Chaos. Einwirken auf die Bundesregierung, dass Impfkampagne auch zielgruppenorientiert erfolgen soll. Verstärkung der Impfangebote in den Betrieben. Forcierung der 1-G-Regelung in der Wirtschaft, soweit arbeitsrechtlich möglich.

Fachkräftemangel und Arbeitsmarktreform

Nach den Hilfsmaßnahmen während der Coronakrise geht es nun darum ein nachhaltiges investitionsgetriebenes Wachstum zu forcieren. Die Investitionsprämie ist dafür eine hervorragende Basis.

Der immer stärkere Fachkräftemangel in allen Branchen ist aber eine gefährliche Wachstumsbremse. Das Problem wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken. Wenn die Baby-Boomer Generation das Pensionsalter erreicht, werden jedes Jahr weitere 20.000 – 40.000 Arbeitskräfte fehlen.

Prioritäten für die Herbstarbeit sind:

  • Forcierung der Lehrlingsausbildung, regionale Kooperation zwischen Ausbildungsbetrieben und Berufsschulen für arbeitsplatznahe Qualifizierung.
    Modernisierung der Lehrinhalte, insbesondere durch Stärkung digitaler Grundkenntnisse.
    Ausbau der Lehre mit Matura, Gewinnung neuer Zielgruppen für die Lehre, insbesondere AHS-Maturanten
    Zur Überwindung regionaler Ungleichgewichte Schaffung von Lehrlings-Hubs als regionale Wohn- und Lebensräume für Lehrlinge.
  • Gemeinsam mit dem AMS Organisation regionaler Jobmessen.
  • Forcierung einer höheren Erwerbsbeteiligung, vor allem von Frauen und Älteren.
  • Errichtung einer Fachkräfteagentur, Gesamtstrategie für qualifizierte Zuwanderung mit Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte durch Abbau bürokratischer Hemmnisse. Verstärkte Zusammenarbeit mit der ABA bei digitalen Stellengesuchen im Ausland. ABA-Unit „Work in Austria“ als zentrale Plattform für die Anwerbung von Fachkräften im Ausland forcieren.
  • Arbeitsmarktreform:
    Integration von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe zu einer Versicherungsleistung.
    Degressive Gestaltung des Arbeitslosengeldes als Anreiz zur Arbeitsaufnahme. Bremse bei der Zuverdienstgrenze und Initiativen gegen den Pfusch. Denn das oftmalige Dreifacheinkommen aus Arbeitslosengeld, geringfügiger Beschäftigung und Pfusch ist ein oft unüberwindbares Hindernis für eine reguläre Arbeitsaufnahme.

Entlastung und ökosoziale Steuerreform

Österreich hat mit 42,6% die sechsthöchste Steuer- und Abgabenquote in der EU, dies mindert unsere Wettbewerbsfähigkeit.

Zwei Prioritäten:
Umsetzung des Regierungsprogramms und zur Stärkung der Kaufkraft („Mehr Netto von Brutto“) mit einer Entlastung der mittleren Einkommen durch Senkung der Steuerstufen von 35% auf 30% und von 42% auf 40%, sowie Senkung der Körperschaftssteuer auf 21%.
Unabhängig von diesen im Regierungsprogramm vorgesehenen Entlastungsmaßnahmen ist im Zuge der ökosozialen Steuerreform eine Kompensation der Mehrbelastung durch die CO2-Bepreisung notwendig. In diesem Rahmen Einstieg in eine fiktive Eigenkapitalverzinsung, um die Unternehmen krisenfester zu machen. Denn eine Eigenkapitalstärkung ist die beste Krisenvorsorge.
Senkung der im internationalen Vergleich sehr hohen Lohnnebenkosten.
Einführung eines Investitionsfreibetrages.

Digitalisierung

Digitalisierung ist zweifellos eine Jahrhundertchance für den Standort Österreich. Die Corona-Pandemie hat zu einem Digitalisierungs-Schub geführt und Digitalisierung und Technologie waren ein wichtiges Instrument der Krisenbekämpfung.
Forderung an die Politik: strategische Nutzung europäischer und internationaler Initiativen um technologische Weichenstellungen rechtzeitig mitzugestalten wie Horizon Europe oder Digital Europe.
Stärkere Verankerung der Digitalisierung im Bildungsbereich.
Forderung an die Unternehmen: gezielte Investitionen in Digitalisierung und aktive Kooperation mit österreichischen Universitäten.